Frankreich vs. Spanien – wo kaufen?

Vergleichen und auswählen

Wenn Sie sich eine Liste der Top-Touristenziele weltweit anschauen, werden Sie Frankreich und Spanien unter den Top-Drei finden. 82,6 Millionen Touristen hat es 2016 nach Frankreich gezogen und 75,6 Millionen nach Spanien – da können nur die USA und China mithalten, und das sind viel, viel größere Länder.

Es ist also wenig verwunderlich, dass Käufer von Urlaubshäusern sich ebenfalls für diese beiden Länder interessieren. Da kommt nun die Frage auf, für welches man sich entscheiden will. Für manche, die z.B. eine persönliche Verbindung zu einem Land haben oder viel Zeit dort verbracht haben und sich in das Land verliebt haben, wird die Antwort auf der Hand liegen. Wenn das bei Ihnen nicht der Fall ist, dann sollten Sie es sich vielleicht gut überlegen, bevor Sie eine Entscheidung fällen.

1. Klima

Frankreich ist nördlicher, Spanien ist weiter südlich, dort muss es also heißer sein – richtig?

Ganz so einfach ist es nicht. Galizien beispielsweise, im Nordwesten Spaniens, hat ein regnerisches, gemäßigtes Klima, während es an der Mittelmeerküste Frankreichs im Sommer angenehm warm wird. Aber wenn Sie das Grün und moderate Sommer schätzen, werden Sie es in Frankreich lieben. Wenn Sie sich lieber ausgiebig bräunen, dann ist Südspanien das Richtige für Sie. Spanien ist allerdings trockener als Frankreich – die schlechte Nachricht für Gartenliebhaber.

2. Landschaft

Die meisten Käufer, die sich für Spanien entscheiden, gehen in an die Südküste, aber Andalusien hat im Landesinneren dramatische Schluchten und die Gipfel der Sierra Nevada zu bieten. Zum Osten hin könnten Sie sich für die Cota Brava entscheiden, die Costa Blanca oder Costa Daurada, aber Sie könnten sich genauso gut landeinwärts die Orangenhaine und Oasen in den Tälern im Schatten von Palmen ansehen oder die waldbedeckten Berge. Auch wenn Sie Spanien nicht unbedingt mit Schnee assoziieren, es gibt in den Pyrenäen einige gute Skiorte – und die sind um einiges günstiger als auf der französischen Seite.

In Frankreich finden Sie mannigfaltigste Landschaften, von den verträumt keltischen Granitwänden und Wäldern der Bretagne bis zu den ausgedehnten Weinanbaugebieten von Burgund und Bordeaux. Im Massif Central gibt es verschiedenste Arten von Gebirgen für Käufer, die die Wildnis ruft, während die Provence und Dordogne mit romantischen Hügeln und Tälern lockt. Wer die Berge und den Wintersport liebt, wird sich in die französischen Alpen und die Pyrenäen verlieben.

Im Landschaftsvergleich bekommen die beiden Länder gleichviel Punkte, aber in Spanien werden Sie genauer hinschauen müssen, denn die Immobilienentwicklung ist dort sehr auf die Küste konzentriert.

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3. Immobilienpreise und Märkte

In beiden Ländern findet sich eine breite Auswahl an verfügbaren Immobilien von Multimillionenvillen in den angesagtesten Resorts bis zu ländlichen Immobilien ab 50.000 Euro (oder gar weniger).

Die beiden Immobilienmärkte haben sich allerdings sehr unterschiedlich entwickelt. Im Nachfeld der Finanzkrise von 2008 brach der spanische Markt zusammen. Preise fielen um mehr als 30 % und die Spanischen Banken besitzen noch immer ein breites Portfolio an verpfändeten Immobilien. In Gegenden, die sich auf ausländische Immobilienbesitzer konzentrierten, wie z.B. an der andalusischen Küste, hörte der Wiederverkaufsmarkt praktisch auf zu funktionieren. Der Immobilienmarkt begann jedoch 2016 sich zu erholen und die Preise beginnen wieder zu steigen.

In Frankreich, wo die Preise infolge der Krise um mehr als 10 % fielen, erholten sie sich jedoch innerhalb von drei Jahren, und das gilt auch für Neubauten. Selbst in Gegenden mit vielen internationalen Immobilienbesitzern ist der französische Markt breiter aufgestellt und weniger anfällig für Erschütterungen von außen. Das macht Frankreich für Investoren zur sichereren Wette.

4. Der Kaufvorgang

Weder in Frankreich noch in Spanien gibt es Einschränkungen für ausländische Immobilienkäufer. In beiden Ländern stützt sich das System auf Notare.

Das französische System macht jedoch den solideren Eindruck und bietet Käufern etwas besseren Schutz als in Spanien. In Spanien werden Schulden mit der Immobilie transferiert. Wenn Sie also ein Haus kaufen, das bereits mit einer Hypothek belastet ist, und der Verkäufer bezahlt die Hypothek nicht vollständig ab, dann geht die Pflicht zur Bezahlung der Hypothek auf Sie über. Es hat auch schon Probleme mit illegalen Immobilien gegeben, die ohne Baugenehmigung gebaut wurden oder mit einer illegal beschafften Genehmigung.

Die Gebühren, die mit dem Kauf einhergehen, sind in beiden Fällen recht hoch und belaufen sich auf 8-10 % des Immobilienwerts, manchmal bis zu 14 % (je nachdem, ob Neubau oder Wiederverkauf und nach Transaktionsgröße).

Achten Sie also darauf, mit Profis zu arbeiten und gut beraten zu werden.

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5. Expat-Community / Dienstleistungen

Sowohl in Frankreich als auch in Spanien gibt es Gegenden mit einer starken Expat-Community und vielen Dienstleistern darum herum, z.B. in der Dordogne, Limousin, der Provence, Malaga, Murcia und auf den Balearen. Das stimmt ganz besonders für englischsprachige Expats, Deutsche und Russen. Barcelona hingegen wird bei chinesischen Investoren immer beliebter. Wenn Sie aufs Land ziehen, sind Sie allerdings auf sich selbst gestellt – selbst wenn Sie weniger als 100 Kilometer außerhalb der Hauptstadt hinziehen, wenn es nicht gerade eine Urlaubsgegend ist.

6. Aufenthaltserlaubnis und Staatsbürgerschaft

EU-Bürger haben das Recht, sowohl in Frankreich als auch in Spanien zu wohnen, zu arbeiten und zu studieren. Nicht-EU-Bürger, die nicht vorhaben zu arbeiten und über genügend Mittel verfügen, sich selbst zu versorgen, können in beiden Ländern ein Langzeitvisum und eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Mit französischen Bürokraten zu tun zu haben ist ein Graus, dafür ist der spanische Antragsprozess unglaublich frustrierend.

Wenn Sie schließlich die Staatsbürgerschaft beantragen wollen, ist Frankreich definitiv die bessere Wahl. Nicht nur können Sie diese dort bereits nach fünf Jahren Anwohnerschaft beantragen, während es in Spanien zehn sind, Sie dürfen in Frankreich zudem Ihre bestehende Nationalität behalten – Spanien duldet (bis auf wenige Ausnahmen) keine doppelten Staatsbürgerschaften.

7. Fußball

Sorry, aber diesen Vergleich gewinnt Frankreich einfach haushoch. On est champions! Allez les Bleus!