Steuern und gebühren für immobilienbesitzer in Spanien

Arten von Steuern

In Spanien fallen mit dem Kauf eines Eigenheims eine Reihe verschiedener Gebühren an, die einmalig bezahlt werden müssen und sich für Gewöhnlich auf 10-12% des Immobilienwerts belaufen. Sobald der Käufer Besitzer ist, wird er mehrere Arten von Steuern und jährlicher Gebühren für die Immobilie entrichten müssen.

Eine kurze Zusammenstellung der Ausgaben, die zum Zeitpunkt des Kaufs für Immobilienkäufer in Spanien anstehen:

1. Mehrwertsteuer (IVA – Impuesto sobre Valor Añadido) Diese Steuer fällt nur auf Neubauten an und liegt 2017 bei 10% des Kaufpreises, außer auf den Kanarischen Inseln, wo der IGIC (Impuesto General Indirecto Canario) hierfür verantwortlich ist und 7% des Kaufpreises verlangt (Stand 2017)

2. Verkehrs- und Stempelsteuer (AJD – Actos Jurídicos Documentados) Zusätzlich zur Mehrwertsteuer muss für neue Häuser auch AJD bezahlt werden, eine Steuer, die zwischen 0,5% und 1,5% des Kaufbetrags beträgt. Jede autonome Gemeinschaft setzt den Steuersatz selbst fest, dieser variiert also von Gemeinschaft zu Gemeinschaft. AJD wird wie die Mehrwertsteuer nur zum Zeitpunkt des Kaufs gezahlt.

3. Übertragungssteuer (ITP – Impuest de Transmisiones Patrimoniales)

Gebrauchte Immobilien sind von der Mehrwertsteuer ausgenommen, werden aber mit der ITP besteuert. Der Steuersatz hierfür variiert zwischen 6% und 10% des urkundlichen Werts und wird ebenfalls von den autonomen Gemeinschaften festgelegt. ITP wird nur bei der Eintragung ins Grundbuch fällig.

4. Steuer auf den Wertzuwachs von städtischem Grund und Boden (IIVTNU – Impuesto sobre el Incremento de Valor de los Terrenos de Naturaleza Urbana)

Diese Steuer muss für gewöhnlich der Verkäufer einer Immobilie entrichten, da sie den Wertzuwachs der Fläche städtischen Bodens über den Zeitraum des Besitzes durch den Verkäufer besteuert. Es kann allerdings auch im Einvernehmen arrangiert werden, dass der Käufer dies übernimmt, oder dass der Betrag zwischen Verkäufer und Käufer aufgeteilt wird. Der Steuersatz beträgt üblicherweise 3% und wird von der örtlichen Verwaltung festgelegt. Wie die bereits erwähnten Steuern muss auch diese nur einmalig beim Kauf der Immobilie entrichtet werden.

5. Notargebühren (Notaría)

Notare verlangen in Spanien eine feste Gebühr für die Ausstellung öffentlicher Urkunden, die Gebühr ist an den Wert der Immobilie geknüpft und beträgt typischerweise 0,5% dessen.

6. Grundbuch (Registro)

Die Besitzurkunde muss ins Grundbuchregister eingetragen werden. Die Gebühr hierfür variiert je nach Immobilienwert, beträgt jedoch in der Regel höchstens 0,3% dessen.

7. Verwaltung (Gestoría)

Verwaltungskosten fallen nur an, wenn für die Bezahlung der Immobilie eine Hypothek aufgenommen wird, da in diesem Fall aller notwendige Verwaltungsaufwand für Steuerberechnungen, den Hypothekenantrag und die Grundbucheintragung in die Verantwortung der Bank fallen. Als Richtwert können rund 250 Euro an Honoraren anfallen. Hinzu kommen Bewertungsgebühren (die üblicherweise nicht über 400 Euro betragen), die Hypothekeneröffnungsgebühr der Bank (bis zu 2% des geborgten Kapitals) und die AJD (Verkehrs- und Stempelsteuer) auf den Betrag der Hypothek.

Gebühren und Steuern für einen Neubau im Wert von 200,000€

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Alle Informationen, die Sie brauchen können, um eine Immobilie in Spanien als Ausländer zu kaufen.

Jährlich zuentrichtende Steuern

1. Einkommensteuer (IRPF oder IRNR)

Im Fall, dass der ausländische Käufer in Spanien residiert, muss jährlich IRPF (Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas) bezahlt werden. Ausländische Käufer, die nicht in Spanien wohnen, müssen jährlich IRNR (Impuesto sobre la Renta de No Residentes) bezahlen.

2. Grundsteuer (IBI – Impuesto de Bienes Inmuebles)

Hierbei handelt es sich um eine örtliche Steuer, die jährlich von der Regionalregierung erhoben wird. Hierfür wird der festgelegte Steuersatz (zwischen 0,4% und 1,3%) auf den geschätzten Wert der Immobilie erhoben.

3. Vermögenssteuer (Impuesto sobre el Patrimonio)

Diese Steuer kommt und geht mit den Legislativen, man sollte sie also besser nicht vergessen. Personen mit ständigem Wohnsitz in Spanien sowie Bürger eines EU- oder EWR-Landes ohne ständigem Wohnsitz in Spanien, die in Spanien Immobilien im Wert von über 2 Mio. Euro besitzen, müssen diese Steuer jährlich entrichten. Die Abgabe wird nach Abzug des von der jeweiligen autonomen Gemeinschaft festgelegten Steuerfreibetrags in Raten gezahlt.

4. Gebühren örtlicher Behörden (Tasas del ayuntamiento) Hierzu zählen Gebühren für die Müllentsorgung, Abwasser und öffentliche Beleuchtung. Es handelt sich hierbei um örtliche Steuern, die jährlich bezahlt werden und von Ort zu Ort erheblich variieren.

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